100 Fremde - Worum geht es?

Neu: 100 Fremde jetzt auch auf Facebook!
Auch die anderen Photos haben jetzt eine eigene Seite auf Facebook.

Mein ursprüngliches Ziel war es, 100 fremde Personen anzusprechen und sie um Erlaubnis zu fragen, ob ich ein Photo von ihnen machen und dieses dann veröffentlichen darf. Je nach der Reaktion der Leute kam es dann zu Ablehnungen, zu kurzen oder längeren Gesprächen, zu Photos - oder auch nicht. Zu jedem Portrait gab es eine kleine Geschichte, wie es entstanden ist. An sich ein simpler Ansatz. Tatsächlich entstand daraus aber eine bemerkenswerte Erfahrung: 

Um die Herausforderung lebendig zu halten, zwang ich mich dazu, möglichst unterschiedliche Leute anzusprechen und auch unterschiedliche Situationen zu nutzen. So entstand - anfangs von alleine, später dann ganz bewußt - ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Ein höchst subjektiver Querschnitt natürlich, aber doch ein Querschnitt.


Besonders in den Städten leben wir inmitten einer unüberschaubaren Menge von Leuten. Mein Projekt macht vielleicht deutlich, daß diese Menge aus echten Menschen mit echten Gesichtern besteht und jedes dieser Gesichter eine eigene Geschichte hat – wir neigen dazu, diese Selbstverständlichkeit zu vergessen.

Das ursprüngliche Ziel von 100 Fremden habe ich schon lange erreicht - tatsächlich sind es mittlerweile weit über 400 Fremde. Aber die Gesichter sind zu interessant und die Geschichten zu spannend, um damit aufzuhören.

Obwohl ich mich um eine gewisse Ausgewogenheit bemühe und ganz unterschiedliche Menschen anspreche - warum gibt es dann mehr Männer als Frauen auf meine Portraits zu sehen, und warum mehr jüngere als ältere Menschen? Das liegt an mehreren Gründen. Die beiden wichtigsten: Als Photograph bin ich auf der Suche nach Gesichtern, die mich aus irgendeinem Grunde faszinieren, die mir aus irgendeinem Grunde auffallen - und Männer decken eine größere Bandbreite ab als Frauen. Außerdem spiegeln die Portraits nicht wider, wen ich tatsächlich angesprochen habe: Insgesamt lehnen es etwa die Hälfte der Menschen ab, sich für mein Projekt photographieren zu lassen. Ältere Frauen lehnen dabei jedoch deutlich häufiger ab als zum Beispiel jüngere Männer - darum gibt es von älteren Frauen auch die wenigsten Portraits.

Ich danke allen „Fremden“, die ich angesprochen habe und die mir etwas Zeit geschenkt haben - ganz besonders aber natürlich denjenigen, die bei meinem Projekt mitgemacht haben!



Einige Fremdenphotos sind in der Bauwelt erschienen. 

Ein ganz anderes Thema, auf das ich hier aber verweisen will, ist eine Photoaktion, die ich auf der Kinderkrebsstation des Olgahospitals gemacht habe. Mehr dazu

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