Mittwoch, 24. September 2014

Ingeborg


Als mein Sohn anfing zu studieren, brauchte ich Geld, und so fing ich an, nebenher in einem großen Bekleidungsgeschäft zu modeln. Ich wollte ja schon immer Modezeichnerin werden, aber das waren noch andere Zeiten früher, und meine Eltern sagten, ich solle „etwas Richtiges“ machen. Die Arbeit für das Modegeschäft hat mir so großen Spaß gemacht, daß ich meine sichere Stelle als Standesbeamtin aufgegeben und ganz dorthin gewechselt habe. Mein Sohn hat mich dabei unterstützt: „Was willst du denn auch mit deinen trockenen Beamten!“, sagte er.

Aus Kostengründen wurden die Werbefotos irgendwann von einer externen Firma produziert, aber ich blieb dann bei dem Modegeschäft und habe eine Abteilung übernommen, in der konzeptionell gearbeitet wurde.

Das war die beste Zeit meines Lebens.
 

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