Sonntag, 12. Januar 2014

Udo (#262)


Udo war sehr aufgeschlossen, wollte aber sicher gehen, daß es sich bei meiner Seite nicht um einen Mode-Blog handelte. Danach war er ohne weiteres einverstanden mit dem Photo.

Udo ist BWL'er und arbeitet im Hotel seiner Eltern. Wir sprachen lange über die Besonderheiten eines familiengeführten Hotels. Udo berichtete nüchtern und analytisch, wie in den letzten Jahren in vielen Betrieben, deren Geschäftsreisende im Hotel übernachteten, Controller das Sagen übernommen haben. War es früher möglich, die Gäste mit einem guten, familiären Service so zu begeistern, daß sie wiederkamen, könne man sie heute zwar auch noch begeistern, über die nächste Buchung entscheide dann aber trotzdem allein der Preis und der Controller. Dadurch sei auch die Leitung eines Hotels gezwungen, immer stärker nur im Hinblick auf die Kosten zu entscheiden.

Udo berichtete auch, wie sich der Arbeitstakt in den letzten Jahren verdichtet habe: Konnte ein Techniker früher für die Wartung oder Reparatur einer großen Anlage zwei, drei normale Tage arbeiten und im Hotel übernachten, muß er heute – auch wegen der gesunkenen Flugpreise – noch halb in der Nacht aufstehen, in aller Frühe anreisen und dann am späten Abend wieder abreisen.

Während die Hotels in den großen Städten aufgrund der gesunkenen Flugpreise auch mehr Übernachtungen von privat Reisenden erhalten, geht diese Kompensation an den außerhalb gelegenen, kleineren Hotels vorüber.

In seiner Freizeit spielt Udo gerne Gitarre – vermutlich ist das nicht schwer zu erraten. Früher machte er aber vor allem HipHop.


Vielen Dank, Udo!

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