Montag, 6. Januar 2014

Noah



Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich im Olgahospital auf der Station für krebskranke Kinder eine kleine Photoaktion veranstaltet. Wer wollte, konnte sich von mir portraitieren lassen. Auf der Station gibt es ein Spielzimmer, in dem die meisten der Portraits entstanden sind.


Das ist Noah. Noah ist viereinhalb Jahre alt und hat einen Tumor an einer sehr ungünstig gelegenen Stelle im Gesicht. Momentan erhält er eine Chemo-Therapie. Seine Haare begannen gerade, büschelweise auszufallen.


Wie auch alle anderen Kinder hat er einen Katheter, der nahe des Herzens seinen Ausgangspunkt hat und zur Halsschlagader geht, von dort führt er dann unter der Haut bis über die Brust, wo er austritt. Über diesen Katheter ist Noah an einen Infusionsständer angeschlossen, über den dann die verschiedenen Medikamente verabreicht werden.


Bei den kleinen Kindern heißt es natürlich immer aufpassen, daß sie sich nicht in den Kabeln verheddern, irgendwo hängenbleiben oder schneller sind, als die Eltern mit dem Infusionsständer hinterher kommen. Aber viele haben natürlich Spaß daran, auf einem der Wagen zu stehen und darauf zu fahren:




Noah ist ein ganz aufgeweckter und munterer kleiner Kerl. Eine Zeitlang war er mit Bügelperlen beschäftigt: Kleine bunte Kunststoff-Perlen werden in verschiedenen Formen und Figuren auf eine Steckplatte aufgesteckt und können anschließend gebügelt werden, so daß sie miteinander verschmelzen. Während er mit den Perlen beschäftigt war, machte er sich unter anderem Gedanken darüber, woher diese kommen und stellte viele Fragen. Seine Mutter beantwortete alle Fragen liebevoll und geduldig.

Die Kinder im Olgahospital werden von sehr engagierten Ärzten und Pflegekräften unter der Leitung von Herrn Bielack nach modernen Methoden behandelt. Leider ist die räumliche Situation ziemlich desolat und wird sich offenbar auch nach dem für dieses Jahr geplanten Umzug in den Neubau nicht verbessern.



Wer sich noch nicht als Stammzellenspender registriert hat kann das hier tun. Weil die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, sehr gering ist, ist es so wichtig, daß sich möglichst viele Menschen registrieren lassen – nur die wenigsten können dann auch tatsächlich spenden. Eine Stammzellenspende ist meistens völlig schmerz- und risikofrei möglich und erfolgt ambulant. Seine Einwilligung zur Spende kann man übrigens jederzeit zurückziehen.



Wer mag, kann auch Geld spenden – beispielsweise beim Förderkreiskrebskranke Kinder e.V., der unter anderem zusätzliche Pflegekräfte im Olgahospital finanziert oder Bücher und Spielzeug für das Spielzimmer besorgt. An dem Tag, an dem ich die Aktion durchgeführt habe, wurde gerade ein Karton mit „Tiptoi“ geliefert – ein tolles und vielseitiges Spielzeug, das insbesondere Kindern zugute kommt, die nicht aufstehen können oder das Zimmer nicht verlassen dürfen. 

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Hier die restlichen Photos, die während der Aktion entstanden sind: 
Diane
Charlotte
Jan
Evi
Mia




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