Montag, 30. Dezember 2013

Osario (#59 - Archiv)



Osario saß auf der Straße und wartete, dass ihm Passanten etwas Kleingeld geben würden. Erst war er sehr zögerlich und wollte kein Photo von sich machen lassen, dann war er doch einverstanden.

Ursprünglich kommt Osario aus Saarbrücken, er befand sich gerade auf der Durchreise – er wollte nach Hamburg, um dort einen Freund zu treffen. Dieser Freund, so erzählte er mir, habe ein bewegtes Leben gehabt, sei sehr gewalttätig gewesen, habe getrunken und sei im Gefängnis gewesen. Der Freund habe aber die ganze Zeit gemalt, und mittlerweile sei er wahnsinnig gut geworden darin. Diesem Freund also wollte er helfen, seine Gemälde zu verkaufen – einfach so, auf der Straße.

Wir hatten uns wohl gut eine halbe Stunde lang unterhalten, erst dann fragte ich Osario nach seinem Namen. Ich war begeistert von dem Namen, er hatte etwas episches. Aber Osario zuckte bloß mit den Schultern und meinte, das sei einfach ein italienischer Name.


Vielen Dank, Osario. 

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