Samstag, 20. Juli 2013

Jenny (#246)


Aus einiger Entfernung sah ich eine Frau in der Menge am Stuttgarter Schloßplatz, sie ging in Begleitung eines Freundes an den Läden vorbei. In dem Gewusel verschwanden die beiden plötzlich. Obwohl ich noch durch einige Schaufenster spähte, konnte ich die beiden nicht mehr entdecken. Ich gab auf und schlenderte weiter.

Vielleicht eine halbe Stunde später, in der Nähe des Hauptbahnhofs, tauchten die beiden plötzlich vor mir aus der Menge auf – ich erkannte sie sofort und ließ sie dieses Mal nicht entwischen.

Jenny war zunächst skeptisch, sie fühlte sich insbesondere nicht ganz wohl bei dem Gedanken an eine Veröffentlichung ihres Photos – immerhin stelle sie auch bei Facebook keine Photos von sich ein, sagte sie und lehnte schließlich ab: Na, ich glaube, das ist nichts für mich.

Ich ließ nicht locker. Als ich sie ein paar meiner Portraits auf dem Handy anschauen ließ, gab sie sich einen Ruck und wollte es doch mal versuchen. Vor der Kamera war sie dann ganz ruhig, und als ein Windstoß durch ihr Haar fuhr, reagierte sie zum Glück gar nicht darauf – da hatte ich mein Bild.

Jenny ist Übersetzerin, unter anderem für Italienisch. Sie leitet in einem Übersetzungsbüro ein kleines Team, das sich hauptsächlich mit technischen Texten beschäftigt.

Vielen Dank, Jenny!



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