Freitag, 19. April 2013

Salem (#231)



Entgegen meiner Gewohnheit schlenderte ich nicht durch die Stadt, sondern lungerte am Königsbau in Stuttgart herum – ich wollte gerne jemanden in dem Säulengang photographieren. Es fand sich kein passender Fremder, und nach einer Weile zog ich weiter. Später kehrte ich zu der Stelle zurück und hielt erneut nach Fremden Ausschau.

Irgendwann entdeckte ich Salem, der neben seinem grünen Motorrad stand. Ich beobachtete ihn ein wenig, bevor ich ihn ansprach. Salem zeigte sich überrascht: Ein Photo, von mir? Ja wie, muß ich dann posen oder was? Nur ein Photo oder machst Du viele?

Im Grunde war er aber sehr aufgeschlossen und rasch einverstanden, auch wenn ihm die Sache etwas suspekt blieb. Ich fragte ihn, ob es ihm etwas ausmachte, wenn wir ein paar Schritte hinauf in diesen Säulengang gingen.

Salem arbeitet schon seit langer Zeit für einen bekannten Automobilhersteller in der Nachtschicht. Er war mit Freunden verabredet, um den Tag zu genießen, bevor er sich am späten Abend auf den Weg zur Arbeit machte.

Salem hat tunesische und französische Wurzeln.

Vielen Dank, Salem!

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