Montag, 25. Juni 2012

Roswitha (#189)


Eigentlich versuche ich, meine Fremden nicht zu erschrecken. Mittlerweile gewinne ich aber den Eindruck, dass es manchmal gar nicht so schlecht ist – wenn die Leute nach dem ersten Schreck erst einmal merken, dass ich sie nicht ausraube, sehen sie mein Projekt vielleicht in einem etwas positiveren Licht.

Jedenfalls erschreckte sich auch Roswitha sehr, als ich sie ansprach und nach einem Photo fragte. Sie sagte dann zwar zunächst nein, blieb aber stehen und reagierte dennoch offen. Wir unterhielten uns ein wenig, und Roswitha versicherte mir, dass ihre Ablehnung nichts mit mir zu tun habe, sondern sie einfach generell keine Photos von sich möge. Nicht einmal ihre Verwandtschaft bekomme ein Photo von ihr, also erst recht nicht ich, um es dann auch noch zu veröffentlichen.

Aber dann ist das doch die Gelegenheit für ein Photo, sagte ich, und es ist sogar umsonst! Roswitha blieb jedoch bei ihrer Ablehnung; ich akzeptierte ihre Entscheidung und gab mich geschlagen.

Im weiteren Gespräch erklärte ich Roswitha mein Projekt detaillierter, und irgendwie schien ihr das Projekt so zu gefallen, dass sie sich schließlich doch bereit erklärte, mitzumachen.

Ihren Namen verriet sie mir noch, aber sonst blieb sie standhaft und gab nichts weiter über sich preis.

Danke, Roswitha, für das Photo! Ich hoffe, es gefällt Dir. Wenn Du mir Deine eMail verrätst – die selbstverständlich vertraulich bleibt – schicke ich es Dir gerne zu.
    

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