Samstag, 26. Mai 2012

Ernesco (#185)



In Stuttgart gibt es zwei große Volksfeste im Jahr: Das Frühlingsfest und den „Wasen“. Der Wasen findet Ende September statt und ist etwas kleiner als das Münchener Oktoberfest. Das Frühlingsfest findet – wenig überraschend – im Frühling statt; es ist zwar kleiner als das Volksfest, gilt aber dennoch als größtes Frühlingsfest Europas.

Keines dieser beiden Volksfest vermag mich sonderlich zu begeistern, aber dieses Jahr war ich abends auf dem Frühlingsfest, um ein paar Photos zu machen.

Dabei sah ich Ernesco in seinem Kassenhäuschen und wußte sofort, daß ich ein Photo von ihm wollte. Er rauchte und telefonierte gerade, also wartete ich etwas abseits. An Ernescos Stand war um diese Zeit wenig los, und nach einer Weile hatte ich den Eindruck, dass Ernesco womöglich bis zum Betriebsschluß durchtelefonieren würde.

Also unterbrach ich ihn doch, bat ihn um ein Photo und erzählte in wenigen Worten von meinem Projekt. Klar, sagte Ernesco und setzte sein Gespräch fort.

Ich packte meine Kamera aus und ging etwas zurück, um das ganze Kassenhäuschen auf das Photo zu bekommen. Kaum hatte ich angefangen, legte Ernesco den Hörer beiseite, und ich bekam diese Pose.

Nach drei oder vier Photos gab ich Ernesco meine Karte und bedankte mich. Wenn ich mich recht erinnere, nahm Ernesco den Hörer wieder in die Hand und setzte sein Gespräch fort.

Ich war erst langsam ein paar Schritte weiter gegangen, als ein Mann hinter mir hereilte. Er stellte sich als Ernescos Chef vor und wollte noch eine Visitenkarte von mir. Der Mann war für mich kaum zu verstehen, er sprach sehr undeutlich und in einem Dialekt, der vielleicht norddeutsch war. Wir unterhielten uns eine ganze Weile – wobei, eigentlich stellte ich dem Mann bloß ein oder zwei Fragen, woraufhin er mir eine ganze Reihe von Geschichten erzählte. Ich hatte den Eindruck, daß es interessante Geschichten waren und gab mir redlich Mühe, aber es blieb dabei – ich habe fast nichts verstanden. 

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