Donnerstag, 9. Mai 2013

Aline (#235)



Filippo, mein vorhergehender Fremder, hatte mich mit seinem Enthusiasmus aus meinem Tiefpunkt geholt, und Aline rettete den Tag mit ihrer frischen, unbeschwerten Art vollends für mich. Sie war schnell dabei bei meinem Projekt, obwohl sie nicht viel Zeit hatte: Sie war nur zu Besuch in Stuttgart. Da die Freunde, bei denen sie wohnte, nicht frei hatten, hatte Aline den Wohnungsschlüssel bekommen und war durch die Stadt geschlendert. Nun mußte sie sich aber beeilen, damit ihre Freunde nicht von der Arbeit kamen und vor verschlossener Tür standen.

Aline hat in Innsbruck Volkswirtschaft studiert und setzt nun noch irgendeinen Studiengang obendrauf - ich fürchte, ich habe nicht ganz verstanden, was genau das war. Ihr Name wird übrigens französisch ausgesprochen - also mit einem langen 'i' und ohne ein hörbares 'e'.

Vielen Dank, Aline!

Sonntag, 5. Mai 2013

Filippo (#234)



Ich habe zuletzt viel Zeit in das Fremden-Projekt investiert. Dabei war es schwierig, entsprechende Personen zu finden – und die, die ich ansprach (ja, auch „ältere“ Damen waren wieder darunter), waren nicht bereit, mitzumachen.

Ich befand mich an einem Tiefpunkt. Lohnte sich der ganze Aufwand denn? Was erhoffte ich mir zu zeigen, was ich nicht schon mit den bisherigen 233 Fremden gezeigt hatte? Wenn es mir bisher nicht gelungen sein sollte, mein Thema mit Hilfe der ersten 233 Fremden darzustellen, warum sollte ich annehmen, daß es mir mit den nächsten 233 gelingen sollte?

Ich war auf dem Heimweg. Etwas ließ mich zögern, und ich drehte noch eine Schleife.

Und noch eine.

Und dann passierte Filippo.

Ein Photo?, fragte Filippo. Das kannst du machen.

Und sogleich erwähnte er, daß er Italiener sei. Ich sagte, das hätte ich irgendwie vermutet. Da lachte er und bedankte sich.

Filippo ist ein weit herumgekommener Mann. In Italien war er mal Florist, ist inzwischen mit Immobilien beschäftigt und hier in Deutschland aber in erster Linie Sommelier, obwohl er keinen Alkohol trinkt und sich derzeit vor allem um einen kranken Freund kümmert.

Filippo zeigte sich geradezu enthusiastisch verliebt in Deutschland. Daß Deutsche Italien lieben, ist ja bekannt, aber daß Italiener Deutschland lieben und ganz aus dem Häuschen sind, wenn sie davon sprechen? Zumindest ungewöhnlich.

Filippo schwärmte: Wenn alle Länder so wären wie Deutschland, dann würde es keine Kriege mehr geben und keine Krisen. Alle hätten einfach ein gutes Leben. Sicher, es gebe auch in Skandinavien vorbildliche Länder, aber das sei ja keine Kunst, mit den paar Einwohnern. Deutschland andererseits – das sei eine echte Leistung. Ein Land mit derart unterschiedlichen Regionen, ein Land mit 82 Millionen Menschen, die alle unterschiedlich seien, mit verschiedenen Religionen – das sei doch etwas völlig anderes.

Über Italien erzählte mir Filippo eine kleine Anekdote: Als Florist habe er einmal über Nacht Blumen rausgestellt. Am nächsten Morgen seien alle weg gewesen, nur noch die Erde sei übrig gewesen: tabula rasa! Das sei doch keine Kultur! In Deutschland dagegen gebe es überall schöne Blumenbeete, und keiner rühre die an.

In Stuttgart geht Filippo oft in eine Techno-Disco. Er zieht sich dann auffällig an, setzt eine seiner fünfzehn Sonnenbrillen auf und tanzt wie verrückt bis weit ins Morgengrauen. Viele Leute sprechen ihn dann an und fragen, ob er ihnen Koks oder Ecstasy verkaufen könne – einer, der so tanzt, der muß schließlich high sein. Aber Filippo lacht dann bloß: Wozu braucht er Drogen? Stuttgart, Deutschland, das Leben selbst ist seine Droge. Hier und heute bei angenehmem Wetter über die Königsstraße zu schlendern, das ist die Droge, die ihn glücklich macht.

Wir unterhielten uns noch über einige andere Dinge, und als wir uns zum Abschied die Hand gaben, hatte mich Filippo mit seinem Enthusiasmus angesteckt. Meine Zweifel waren verflogen: Ganz gleich, was es sonst noch mit meinem Projekt auf sich hat - es gibt einfach Geschichten, die erzählt werden müssen. Und es gibt Photos, die gemacht werden müssen.

Bei Berkal und bei Filippo ist es vor allem die Geschichte, die erzählt werden mußte. Und bei Aline, die ich noch am selben Tag wie Filippo traf (geht demnächst online), ist es das Photo, das gemacht werden mußte.

Vielen Dank, Filippo! 

Samstag, 4. Mai 2013

Berkal (#233)




Berkal saß auf einem hohen Hocker vor einem Café, wo er sich ein Brötchen und einen Café schmecken ließ. Er wirkte wie jemand, mit dem man besser keine Späße macht. Ich zögerte eine Weile, wappnete mich innerlich für jede denkbare Reaktion und entschied mich dann, ihn doch beim Essen zu stören.

Auf die Frage nach einem Photo zuckte er bloß mit den Schultern, meinte ok und wollte schon aufstehen. Ich sagte ihm, dass er gerne noch sein Brötchen zu Ende essen könne, und so unterhielten wir uns zunächst recht lange, bevor ich dann kurz vor der Verabschiedung die Aufnahme machte.

Berkal kommt aus der Türkei. Seine Mutter ist Türkin, sein Vater war ein damals dort stationierter US-Soldat, der aber irgendwann wieder in seine Heimat zurückkehrte. Berkal arbeitete in einer Urlaubsanlage als Wassersportlehrer – segeln, surfen und dergleichen waren seine Beschäftigung. In dieser Anlage lernte er auch seine Frau kennen, die aus Deutschland stammt und dort ebenfalls einige Zeit arbeitete.

Irgendwann standen Kinder an, und Berkal und seine Frau fragten sich, was sie nun machen wollten. Der Urlaubsort war klein, die Schule weit entfernt und nicht sonderlich gut.

So entschieden sie sich schließlich, nach Deutschland überzusiedeln. Sie verkauften alles und sind nun seit einigen Jahren in Schwäbisch Gmünd. Der Sohn ist in der fünften Klasse auf dem Gymnasium, die kleinere Tochter wird dieses Jahr eingeschult.

Ich war fasziniert, wie sich dieser Mann während unseres Gespräches in einen freundlichen, warmherzigen und sorgenden Familienvater verwandelte, der der Bildung seiner Kinder wegen in ein fremdes Land übersiedelte. Eine weitere Lektion über Vorurteile.

Vielen Dank, Berkal, und alles Gute!




Dienstag, 30. April 2013

Ali (#232)




Ali war mit einem Freund auf dem Stuttgarter Frühlingsfest unterwegs. Nachdem ich ihm kurz von meinem Projekt erzählt hatte, war er sofort bereit, mitzumachen. Sein Freund war allerdings schon ein wenig vorausgegangen, und so verabschiedete er sich unmittelbar nach der Aufnahme.

Vielen Dank, Ali!


Freitag, 19. April 2013

Salem (#231)



Entgegen meiner Gewohnheit schlenderte ich nicht durch die Stadt, sondern lungerte am Königsbau in Stuttgart herum – ich wollte gerne jemanden in dem Säulengang photographieren. Es fand sich kein passender Fremder, und nach einer Weile zog ich weiter. Später kehrte ich zu der Stelle zurück und hielt erneut nach Fremden Ausschau.

Irgendwann entdeckte ich Salem, der neben seinem grünen Motorrad stand. Ich beobachtete ihn ein wenig, bevor ich ihn ansprach. Salem zeigte sich überrascht: Ein Photo, von mir? Ja wie, muß ich dann posen oder was? Nur ein Photo oder machst Du viele?

Im Grunde war er aber sehr aufgeschlossen und rasch einverstanden, auch wenn ihm die Sache etwas suspekt blieb. Ich fragte ihn, ob es ihm etwas ausmachte, wenn wir ein paar Schritte hinauf in diesen Säulengang gingen.

Salem arbeitet schon seit langer Zeit für einen bekannten Automobilhersteller in der Nachtschicht. Er war mit Freunden verabredet, um den Tag zu genießen, bevor er sich am späten Abend auf den Weg zur Arbeit machte.

Salem hat tunesische und französische Wurzeln.

Vielen Dank, Salem!

Mittwoch, 17. April 2013

Sarah (#230)



Sarah saß auf einer Bank auf der Stuttgarter Königsstraße und genoß einfach was sich anfühlte wie der erste warme Tag nach einer Ewigkeit von Winter. Sie zögerte keinen Moment, bei dem Photo mitzumachen, schließlich hat sie selbst erst unlängst ihr Kunststudium absolviert. Sie ist momentan dabei, sich eine Existenz als Künstlerin aufzubauen. Ihr Schwerpunkt ist die Arbeit mit Videos, aber daneben macht sie auch andere Dinge - beispielsweise malt sie direkt auf Wände und bearbeitet die Gemälde dann dort weiter.

Ihre eigene Website ist noch nicht fertig, aber vielleicht kann ich hier schon bald einen Link nachliefern.

Vielen Dank, Sarah, und viel Erfolg!

Dienstag, 16. April 2013

Steffi (#229)



Steffi schien die Idee des Projekts sofort zu gefallen und sie war spontan einverstanden mit dem Photo. Erst als ich meine Kamera auspackte, schien sie etwas zu zögern und fragte noch einmal nach. Kaum hatte ich ihr jedoch meine Karte gegeben, war sie so entspannt wie zu Beginn. Überhaupt sind Visitenkarten schon seit jeher – neben der Kamera – das wichtigste Utensil bei diesem Projekt.

Steffi arbeitet im Marketingbereich einer bekannten deutschen Automarke und ist dabei, ihren Master zu machen.

Vielen Dank!  

Donnerstag, 4. April 2013

Lemont (#228)



So unterschiedlich wie die Menschen und die Portraits, so unterschiedlich verlaufen auch die Begegnungen mit meinen Fremden. Während ich mich mit meinem vorhergehenden Fremden (Jochen) sehr lange und sehr persönlich unterhalten habe, blieb die Begegnung mit Lemont sehr kurz – und war dennoch bemerkenswert.

Natürlich war Lemont kaum zu übersehen, als er die Stuttgarter Königsstraße entlang ging. Er hatte eine etwas unnahbare Aura um sich, und als ich ihn ansprach, schaute er mich nur ganz kurz von der Seite an, erwiderte mit einem freundlichen 'Hallo' und setzte seinen Gang unbeirrt fort.

Ich ging neben ihm und war etwas verwirrt. Es kommt häufig vor, dass Leute versuchen, mich einfach stehen zu lassen - aber dass jemand meinen Gruß so freundlich erwidert und mich dann ignoriert? Das kam so noch nicht vor.

Lemont hatte Kopfhörer im Ohr. Also fragte ich ihn: Hörst Du mich? Ist es ok, wenn ich Dich anspreche?

Die Antwort war denkbar knapp: Ja.

Daraufhin fragte ich ihn nach einem Photo. Da lachte er auf, blieb endlich stehen und wandte sich mir zu: Warum?

Nachdem ich ihm mein Projekt erklärt hatte, wollte er genau wissen, was mit dem Photo passieren würde – dann war er ohne weiteres einverstanden.

Wer genau hinsieht, erkennt eine kleine Träne an Lemonts Auge. Es mag nur der für diese Jahreszeit ungewöhnlich kalte Wind gewesen sein.

Vielen Dank, Lemont!


Dienstag, 2. April 2013

Jochen (#227)




Jochen war gerade im Begriff, einen Laden auf der Stuttgarter Königsstraße zu betreten, als ich ihn ansprach und um ein Photo bat. Er war recht schnell einverstanden damit und stellte seine Einkaufstasche im Laden ab, während ich ihn einige Schritte davor portraitierte.

Danach unterhielten wir uns lange. Irgendwann tauchte eine Verkäuferin auf und wollte die scheinbar herrenlose Einkaufstasche wegräumen. Jochen hatte durch das Schaufenster immer wieder nach der Tasche Ausschau gehalten und konnte noch rechtzeitig einschreiten.

Jochen hat schon einige Dinge ausprobiert in seinem Leben – er war unter anderem mit einer eigenen Firma im Security-Bereich tätig – bis er schließlich als Graveur seine Berufung fand und bei einem alteingesessenen Meister arbeitete. Später übernahm er dessen Laden, mußte jedoch am Ende Insolvenz anmelden. Es war zu spüren, dass er noch immer begeistert war vom Beruf eines Graveurs, aber es schwang auch Bitterkeit mit über die Tatsache, daß dieser Beruf langsam ausstirbt.

Demnächst will Jochen an den Lago Maggiore umziehen – er hofft, daß seine Dienste als Graveur dort mehr Nachfrage finden als hier. Zur Vorbereitung paukt er italienisch und regelt hier noch einige Dinge.

Ich hatte vor dem Gespräch mit Jochen nur eine vage Vorstellung davon, was ein Graveur macht. Die Darstellung auf Wikipedia, die ich mittlerweile nachgeschlagen habe, ist leider ziemlich dünn im Vergleich zu den vielen verschiedenen Tätigkeiten, von denen Jochen berichtete.

Jochen ist 48 und hat eine erwachsene Tochter.

Vielen Dank, Jochen, und viel Glück am Lago Maggiore!


Freitag, 22. März 2013

Andrea (#226)



Wie schon bei meiner letzten Fremden (Tini) erläutert, ist es schwierig, ältere Frauen dazu zu bewegen, bei meinem Projekt mitzumachen. Natürlich ist das nur eine Verallgemeinerung, im Grunde sogar nichts anderes als ein Vorurteil. Die Menschen sind zu verschieden und viel zu individuell, als daß man mit einer Verallgemeinerung etwas über einen ganz bestimmten Menschen aussagen könnte.

Genau das ist ja das Problem mit Vorurteilen, daß wir dazu neigen, uns ganz auf sie zu verlassen, obwohl wir besser beraten wären, sie zu hinterfragen und uns ihrer bewußt zu werden. Es ist eines der Ziele meines Projekts, das deutlich zu machen.

In der zuvor erwähnten Tini hätten beispielsweise die wenigsten eine Ingenieurin vermutet. Auch die Reaktionen meiner Fremden lassen sich unmöglich voraussagen – da gibt es die harten, gefährlich aussehenden Männer, die aber ganz freundlich und aufgeschlossen sind und da gibt es die nett und wohlsituiert aussehenden Leute, die feindselig reagieren. Und umgekehrt - alles ist möglich.

Als ich Andrea ansprach, hatte ich mich – entsprechend meines Vorurteils – darauf gefaßt gemacht, daß sie mich einfach stehen lassen würde. Tatsächlich aber habe ich selten so eine aufgeschlossene und freundliche Person getroffen wie Andrea. Sie fragte gleich, wofür das Photo gedacht sei, und nachdem ich ihr mein Projekt kurz umrissen hatte, rief sie aus: Das ist ja süß! Und sie war sofort dabei.

Andrea ist Musiktherapeutin, die früher viel mit Kindern gearbeitet hat, heute aber meist Erwachsene mit den unterschiedlichsten Hintergründen „behandelt“ - psychosomatische Störungen, Krebserkrankungen, etc.

Leider hatte sie es etwas eilig, und so war sie schneller wieder weg, als mir lieb war.

Vielen Dank, Andrea!

Donnerstag, 14. März 2013

Tini (#225)




Ich bemühe mich in meinem Projekt um eine gewisse Ausgeglichenheit, um einen - sehr subjektiven und von anderen Aspekten stark überlagerten - Querschnitt durch die Gesellschaft. Dabei wurde rasch deutlich, daß ältere Frauen etwas unterrepräsentiert sind - wobei “ältere Frauen“ in diesem Zusammenhang nur als Abgrenzung zu „ganz junge Frauen“ zu verstehen ist.

Warum sind ältere Frauen in meinem Projekt unterrepräsentiert? Gewichtigster und zugleich simpelster Grund ist, daß ältere Frauen es in der Regel ablehnen, bei meinem Projekt mitzumachen. Das hat zur Folge, daß ich unbewusst bei dieser Gruppe auch am ehesten zögere, sie anzusprechen. (Übrigens zeigt schon die nächste Fremde, die hoffentlich in ein paar Tagen online geht, daß man das nicht verallgemeinern darf.)

Mir fallen daneben noch ein paar weitere mögliche Gründe ein, die unter anderem mit gesellschaftlichen Vorstellungen zu tun haben. Und schließlich mag es auch daran liegen, daß ältere Frauen einem Mann Ende 30 generell mit gewissen Vorbehalten begegnen, - erst recht, wenn er sie nach einem Photo fragt.

Vor kurzem habe ich jedenfalls wieder über diese Sache sinniert und dann beschlossen, das zumindest ein wenig zu korrigieren. Als ich wieder etwas Zeit fand, um nach Fremden Ausschau zu halten, konzentrierte ich mich also ganz bewußt auf ältere Frauen – und mußte am Ende mit drei Ablehnungen erfolglos nach Hause zurückkehren.

Ein paar Tage später machte ich mich erneut auf den Weg, natürlich wieder mit dem Vorsatz, eine ältere Frau für mein Projekt zu gewinnen.

Das Photo von Tini illustriert deutlich, daß ich damit erneut keinen Erfolg hatte. Was war passiert? Ich schlenderte durch die Straßen Stuttgarts, meinen Blick fest auf ältere Damen gerichtet, als mit einem Male Tini an mir vorüberging. Praktisch im selben Moment hatte ich auch schon meinen Vorsatz freudig über Bord geworfen, - ich kehrte um und ging ihr nach. Doch bevor ich sie einholte, verschwand sie in einem Schuhgeschäft.

Es war nicht das erste Mal, daß ich wartend vor einem Laden herumlungerte. Nach wenigen Minuten aber fiel mir ein, daß die Kombination von „Frau“ und „Schuhe“ leicht bedeuten konnte, daß ich eine gefühlte Ewigkeit draußen würde warten müssen.

Also beschloß ich, neues taktisches Terrain zu betreten und ging hinein in den Laden. Ich fand Tini und sprach sie sofort an.

Nein, sagte Tini zu meiner Frage nach einem Photo. Ich begann, Tini von meinem Projekt zu erzählen. Doch sie sagte erneut nein und fügte hinzu: Ich sehe immer blöd aus auf Photos.

Ich versuchte es mit ein wenig Angeberei: Du hast meine Photos noch nicht gesehen...

Wie, fragte Tini, hier im Schuhgeschäft? - Falls das für Dich ok ist, antwortete ich, würde ich das Photo gerne draußen machen, da ist auch das Licht besser.

Tini willigte ein. Auf dem Weg nach draußen meinte sie noch, sie wolle dann aber ganz genau wissen, wo das Bild hinkomme und drohte mir: Wehe, es wird nicht gut! Ich glaube, das war nur halb im Spaß...

So, hier also ist Tini.

Tini ist Ingenieurin und arbeitet bei einer bekannten Firma in Esslingen. Auf meine Feststellung, daß sie als Ingenieurin vermutlich etwas heraussteche, antwortete sie lachend, das sei bloß optisch, innerlich sei sie total spießig...

Unsere Unterhaltung blieb kurz, ich spürte, daß Tini wieder los wollte – und so ließ ich sie kurz nach dem Photo wieder in den Laden gehen.

Trotzdem neugierig auf mehr über Tini? Dann am besten gleich ihren Blog besuchen – sie hat dort noch am Tag unserer Begegnung über unsere Begegnung berichtet: Hier klicken!


Vielen Dank, Tini!



Montag, 11. März 2013

Fabian (#224)




Fabian ist aus Österreich, aber ich traf ihn am Berlin Alexanderplatz. Er ist Musiker, spielt Saxophon und unterrichtet an der Musikhochschule in München. Ein Münchner Orchester hatte ihn engagiert, um mit ihnen auf der Berlinale ein Konzert zu geben.

Vielen Dank, Fabian!

Dienstag, 5. März 2013

Armando (#223)



Armando kommt aus Ecuador. Zwar ist er hier verheiratet und lernt deutsch, allerdings steht er da noch ziemlich am Anfang. Da er kein Englisch kann und ich kein Spanisch war es schwierig, sich zu unterhalten. Dennoch war er so freundlich, sich von mir portraitieren zu lassen.

Vielen Dank, Armando!

Montag, 18. Februar 2013

Mona (#222)



Mona war gerade im Begriff, in einen Laden zu gehen, blieb dann aber davor stehen und wählte eine Nummer auf ihrem Handy. Es nahm keiner ab, und sie legte wieder auf. Bevor sie im Laden verschwinden konnte, sprach ich sie an.

Mona studiert audiovisuelle Kommunikation in Tübingen. Momentan macht sie bei einer Stuttgarter Firma ein Praxissemester und gestaltet dort vor allem 3D-Objekte.

Wir hatten uns schon verabschiedet, als ich mich nochmals vergewisserte, dass ich ihren Namen richtig verstanden hatte. Ja, sagte sie und lachte, Mona wie Mona Lisa.

Ich hoffe, dass ich davon tatsächlich etwas eingefangen habe.

Vielen Dank, Mona!

Sonntag, 10. Februar 2013

Maxi (#221)



Ich schlenderte durch die Stadt und schaute mir all die vielen Gesichter und Menschen an. Leichter Schneefall hatte eingesetzt. Als Maxi an mir vorüberging, machte meine Laune einen Sprung nach oben – oh ja, sagte ich zu mir, und ohne nachdenken zu müssen machte ich auf dem Absatz kehrt und holte sie rasch ein.

Die gute Laune kam nicht ungefähr – Maxi schien fast zu strahlen. Auf meine Frage nach einem Photo reagierte sie offen. Als ich ihr das Projekt erklärt hatte, fragte sie mich, ob das ein künstlerisches Projekt sei. Ja, sagte ich, das ist es.

Ok, meinte sie daraufhin – Künstler müssen sich gegenseitig helfen. Mit der Banane?

Ich glaube, erst da fiel mir die Banane in ihrer Hand auf. Klar, sagte ich.

Hier also ist Maxi mit ihrem Snack. Maxi studiert Kunst, kommt aus Mainz und ist sozusagen vor dem Mainzer Karneval nach Stuttgart geflüchtet.

Vielen Dank, Maxi!