Montag, 20. Juni 2016

Achim



„Ich mache die Tattoos nicht für andere oder um auf eine bestimmte Art rüberzukommen, ich mache das für mich. Die Freiheit, immer so zu sein, wie ich bin, die ist mir wichtig. Im Job bei der Stuttgarter Straßenbahn waren die Tattoos nie ein Thema. Die haben mich immer akzeptiert, auch als langsam immer mehr dazukamen.“

Sonntag, 5. Juni 2016

Ping


„Ich bin vor fünf Monaten für ein Studium aus China gekommen. Ich will meine späteren Chancen verbessern. Ob ich dann am Ende in China oder Deutschland oder woanders sein werde, ist mir egal. Momentan tue ich mich noch etwas schwer mit einigen Dingen hier. In China geht man zum Beispiel einfach ins Krankenhaus und wird behandelt. Hier braucht man einen Termin beim Arzt, und den scheint man immer erst in zwei Wochen zu bekommen.“

Sonntag, 22. Mai 2016

Tony


„Das Zeichen auf meiner Wange mit dem Herz und dem umgedrehten Kreuz ist für meine Freundin. Sie starb bei einem Autounfall. Das auf meinem Unterarm ist ihr Portrait. Natürlich war ihr Tod hart. Aber sie hätte gewollt, daß ich mein Leben weiterlebe.“

Sonntag, 15. Mai 2016

Bozo


„Ich fahre jetzt seit drei Jahren den Betonmischer, aber ich bin auf der Suche nach einem anderen Job. Die Arbeitszeiten sind einfach schrecklich, es geht frühmorgens um fünf los und abends weißt du nie, wie lange es dauert. So siehst du deine Familie nie.“

Mittwoch, 4. Mai 2016

Siona


„Momentan bin ich in einer völlig offenen Phase meines Lebens: Mein Examen steht kurz bevor, ich bin unabhängig von meiner Familie und zum allerersten Mal ohne einen festen Plan für die Zukunft. Ich kann gar nicht genau sagen, ob das ganze Adrenalin, das durch meinen Körper rast, freudige Aufregung ist oder pure Angst vor dem Unbekannten. Eins ist aber sicher – ich kann es gar nicht erwarten zu sehen, wohin das Leben mich trägt.“

Mittwoch, 27. April 2016

Antonio


„Eigentlich bin ich ja Schneider. Aber davon kann man heute nicht mehr leben. Ich mache das nur noch als Hobby, stattdessen habe ich einen Job am Flughafen.“

Donnerstag, 21. April 2016

Dalos


„Es ist jetzt 35 Jahre her, daß ich aus Ungarn gekommen bin. Dort hatte ich deutsch-stämmige Freunde, die sind ausgesiedelt - und irgendwann bin ich hinterher. Das war nicht sonderlich schwierig, ich habe einfach eine Reise nach Deutschland gebucht und bin dann geblieben. Diese Entscheidung habe ich nie bereut.

Mittlerweile arbeite ich als Verkäufer bei Prada. Ich bin sehr gerne Verkäufer. Am liebsten verkaufe ich Anzüge.“


Sonntag, 17. April 2016

Christine


„Ich gehe schon gerne shoppen. Wenn ich was Schönes finde, habe ich ein Glücksgefühl.“

Dienstag, 5. April 2016

Jack und Logan



„Mein Freund hier im Rollstuhl heißt Jack, und ich bin Logan. Eigentlich heiße ich anders, aber nimm ruhig Logan, das gefällt mir.

Diese Unmenschlichkeit, die sich hier ausbreitet, die macht mir Angst. Heute morgen hat jemand meinen Bettelbecher umgestoßen und das ganze Kleingeld über die Straße verstreut. Denkst Du, irgendjemand hält an? Die Leute laufen alle weiter. Und mittlerweile werde ich wirklich jeden zweiten Tag kontrolliert und verhaftet und schikaniert. Stuttgart ist da schon besonders schwierig, das merkt man. Vielleicht gehe ich woanders hin, nach Spanien oder Südamerika. Aber ich habe auch keine Lust, mich hier vertreiben zu lassen.“

Sonntag, 20. März 2016

Natalie


„Ich mache gerade ein Praktikum bei einer Unternehmensberatung. Das gefällt mir, aber ich bin mir unsicher, ob ich nach meinem Studienabschluß nicht doch etwas ganz anderes machen will: Tanzen ist meine Leidenschaft. Es hat mich schon immer fasziniert, daß man sich mit Bewegungen selbst ausdrücken kann.“

Montag, 14. März 2016

Luca


„Ich genieße gerade die Freiheit, die ich habe, sie ist mir momentan sehr wichtig - tun und lassen zu können, was ich will.“

Sonntag, 21. Februar 2016

Erhan


„Meine Tochter kam mit zusammengewachsenen Schädelplatten auf die Welt, das verursacht eine sehr seltsame Kopfform. Ich hatte auch so zusammengewachsene Schädelplatten, obwohl das eigentlich nicht vererblich ist. Man kann das im ersten Lebensjahr noch operieren lassen, aber das ist keine ungefährliche OP. Wie man sieht, wurde ich nicht operiert. Früher wurde ich deswegen extrem gehänselt. Heute ist das ok, ich bin schließlich ein Mann. Für Mädchen ist das allerdings noch einmal eine andere Sache, die wollen zeitlebens gut aussehen.

Wie entscheidet man sich da? Für die risikoreiche Operation? Oder dagegen? Aber kein Vater auf der Welt möchte, daß sein Kind gehänselt wird.

Wir haben ausführliche Gespräche mit Ärzten geführt und viel recherchiert. Am meisten hat aber geholfen, mit anderen betroffenen Eltern zu sprechen. Nur die wussten, in welcher Situation wir uns befanden.

Irgendwann war es Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Meiner Frau war ja bekannt, was ich früher durchgemacht habe, darum hing die Entscheidung vor allem an mir - sie hat mir völlig vertraut.

Am Ende habe ich mich für die OP entschieden. Es ist alles gut gegangen. Das ist jetzt schon Jahre her. Aber es war die schwerste Entscheidung meines Lebens.“

Montag, 25. Januar 2016

Ishana


„Ich zeichne unheimlich gerne. Erst vor kurzem bin ich aus München hierher nach Stuttgart gezogen. Ich sollte mir mehr Zeit nehmen, um durch die Stadt zu gehen und zu zeichnen, was ich sehe. Es ist inspirierend hier.“

Montag, 11. Januar 2016

Mara


„Jetzt, wo ich in Rente bin, muss ich schon ein wenig auf das Geld achten. Aber ich brauche nicht viel und muss auch nicht in der ganzen Welt herumreisen. Ich gehe gerne auf der Schwäbischen Alb wandern. Außerdem bin ich mit vielen anderen Dingen beschäftigt – mit den Kindern, den Enkeln und mit Töpfern.“

Dienstag, 29. Dezember 2015

Adriano


„Eigentlich bin ich Buchbindermeister. Aber nach acht Jahren hatte ich genug. Jetzt arbeite ich als Kameraassistent.“